Fokus 2019: Umgang mit Vielfalt in der MINT-Bildung

Im Klassenzimmer findet sich eine zunehmend große Vielfalt an Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten und Interessen. Sie unterscheiden sich in ihrer kulturellen und sozialen Herkunft ebenso wie in ihrem individuellen Lern- und Leistungspotenzial oder ihrem Alter und Geschlecht. Lehrkräfte stehen vor der herausfordernden Aufgabe, jeden Schüler in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und bestmöglich zu unterstützen. Der bewusste Umgang mit Vielfalt kann dabei eine Bereicherung für einen Unterricht sein, der gemeinsames Lernen von und mit Anderen zum Ziel hat.

Mit dem Polytechnik-Preis 2019 möchte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszeichnen, die Unterrichtskonzepte für den konstruktiven Umgang mit Vielfalt in den MINT-Fächern entwickeln. Ein solcher Unterricht geht auf die Diversität der Schülerinnen und Schüler ein und schafft eine konstruktive Lernatmosphäre, in der die Schüler individuell gefördert und gleichzeitig im gemeinschaftlichen Lernprozess gefordert werden. So soll es jedem Schüler ermöglicht werden, seine Potenziale bestmöglich zu entfalten.

Einsendeschluss: 31. März 2019

Die Ausschreibung richtet sich an Fachdidaktiker und Lehr-Lernforscher, die sich mit der Entwicklung und Erprobung von Unterricht in den MINT-Fächern beschäftigen, der auf die unterschiedlichen Lernausgangslagen und Potenziale der Schülerinnen und Schüler eingeht.

Ganzheitliche Unterrichtskonzepte beinhalten als unerlässliche Grundvoraussetzung eine Eingangs- und lernbegleitete Diagnostik und schaffen eine Balance von individuellem und gemeinschaftlichem Lernen. Die Methoden und Konzepte können nach unterschiedlichen Merkmalen differenziert sein, zum Beispiel nach Schwierigkeitsgrad, Lerninhalt, Lernzielen, Materialien und Medien oder den Lerntechniken. Sie können sich einer oder mehreren Dimensionen von Diversität widmen, wie beispielsweise der Förderung leistungsschwacher oder besonders begabter Schüler oder der Stärkung der Fachsprache. Eine differenzierte Unterrichtsgestaltung erfordert möglicherweise auch neue organisatorische oder strukturelle Voraussetzungen. Der diversitätssensible Einsatz digitaler Werkzeuge kann individuelles Lernen maßgeblich unterstützen und bereichern.

Es sind Konzepte für alle Schulformen und -stufen angesprochen. Besonders wünschenswert sind zur Implementierung in der Schule auch Konzepte für die Lehrerausbildung und -fortbildung.

Preiswürdige Konzepte müssen theoretisch fundiert, praktisch erprobt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht worden sein. Das Grundkonzept muss übertragbar sein.

Der Polytechnik-Preis richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beschäftigt sind. Es sind sowohl Selbstbewerbungen als auch Vorschläge geeigneter Kandidaten durch die Einrichtungen möglich.

Bitte schicken Sie die vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 31. März 2019 per E-Mail an: polytechnik-preis@sptg.de

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Auswahlkommission, der unabhängige, ausgewiesene Experten aus Wissenschaft, Schule und Stiftungswesen angehören. In einem dreistufigen Prozess wählt die Kommission bis zu acht Nominierte aus, die ihre Konzepte dem Gutachtergremium persönlich vorstellen. Im Anschluss legt die Auswahlkommission die Preisträger fest.

Der erste Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Die weiteren Preisträger erhalten Preise in Höhe von insgesamt 20.000 Euro.

Die Preisverleihung findet im Oktober 2019 in Frankfurt am Main statt.

Die vollständigen Teilnahmebedingungen sowie das Vorschlags- bzw. Bewerbungsformular stehen ab dem 1. Dezember 2018 zum Download bereit.

 

 

 

  • Prof. Dr. Dr. h. c. Albrecht Beutelspacher
    Justus-Liebig-Universität Gießen, Mathematisches Institut

  • Prof. Dr. Susanne Bögeholz
    Georg-August-Universität Göttingen, Didaktik der Biologie

  • Werner Fischer
    Staatliches Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main

  • Prof. Dr. Andreas Gold
    Goethe-Universität Frankfurt, Pädagogische Psychologie

  • Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt
    Vorstandsvorsitzender Stiftung Polytechnische Gesellschaft

  • Prof. Dr. Ilka Parchmann
    IPN-Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Didaktik der Chemie

  • Prof. Dr. Bernd Ralle
    Technische Universität Dortmund, Didaktik der Chemie
    (Vorsitzender der Auswahlkommission)

  • Prof. Dr. Horst Schecker
    Universität Bremen, Didaktik der Physik

  • Prof. Dr. Franz B. Wember
    Technische Universität Dortmund, Rehabilitationspädagogik

  • Dr. Ekkehard Winter
    Geschäftsführer Deutsche Telekom Stiftung

Bewerbungsformular für den Polytechnik-Preis 2019

Bewerbungsformular


Vorschlagsformular für den Polytechnik-Preis 2019

Vorschlagsformular


Das sind die bisherigen Preisträger:

2016: "Erfolgreiche und nachhaltige Vermittlung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an außerschulischen Lernorten"

1. Preis: Prof. Dr. Katrin Sommer (Bochum) - "KEMIE – Kinder erleben mit ihren Eltern Chemie"
2. Preis:  Prof. Dr. Burkhard Priemer und Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön (Berlin/Wien) - "Vom Sehen zur Optik"
3. Preis:  Prof. Dr. Friedhelm Käpnick (Münster) - "Mathe für kleine Asse".
Sonderpreis: Irina Fritz und Christine Füssl-Gutmann (München) - "Der Stoff aus dem die Dinge sind – Werkstoffe der Gegenwart und Zukunft".

2013: "Innovative Lernangebote und Unterrichtskonzepte für den Elementar- und Primarbereich."

1. Preis: Prof. Dr. Kornelia Möller (Münster) - "Klasse(n)kisten"
2. Preis: Prof. Dr. Hedwig Gasteiger (München) - "Frühe mathematische Bildung in Alltags- und Spielsituationen"
2. Preis: Prof. Dr. Gisela Lück (Bielefeld) - "Naturwissenschaftliche Bildung im frühen Kindesalter"
2. Preis: Prof. Dr. Brunhilde Marquardt-Mau (Bremen) - "ELISA-Lab und KIGA-Lab"
2. Preis: Prof. Dr. Christoph Selter (Dortmund) - "PIK AS: Kompetenzorientierter Mathematikunterricht in der Grundschule"

2011:  "Herausragende Konzepte für Schulunterricht in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik" (MINT)

1. Preis: Prof. Dr. Ilka Parchmann (Kiel) - "Chemie im Kontext"
2. Preis: Prof. Dr. Marcus  Hammann (Münster) - "Kompetenzorientiertes Experimentieren"
2. Preis: Prof.  Dr. Aiso Heinze (Kiel) - "Mathe macht stark"
2. Preis: Prof. Dr. Peter Hubwieser (München) - "Modulares Gesamtkonzept für den Informatikunterricht"
2. Preis: Prof. Dr. Thomas Wilhelm, Prof. Dr. Hartmut Wiesner, Dr. Verena Tobias, Dr. Christine Waltner und Prof. Dr. Martin Hopf (München/Würzburg/Wien) - "Dynamische Einführung in die Mechanik"